Den Älteren das Neue näherbringen: Digitalisierung

skoopr Blog   •  20. Oktober 2018 • Lesezeit: 4 Minuten

Bildung, Digitalisierung, Integration und Umwelt. Die Aufgaben und Themenfelder, die unsere Gesellschaft im 21. Jahrhundert noch beschäftigen, sind schon im Einzelnen sehr diffizil und langwierig. Und doch möchten wir heute eines dieser Themen angehen und einen Aspekt näher beleuchten.

Das Thema Digitalisierung ist eines, das uns alle angeht und auch beeinflusst – im Privaten wie im Beruflichen. Und letzten Endes muss sich ein Jeder damit auseinandersetzen, egal ob jung oder alt.  Und doch gibt es viele Menschen, die alleine durch den Begriff ,,Digitalisierung“ abgeschreckt werden, da sie mit eben jenem sehr viele negative Aspekte und Schattenseiten assoziieren. Dies resultiert aus einer grundsätzlichen Skepsis und nicht selten aus Fehlinformationen. Ein sehr großer Anteil derer, die dem Themenfeld mindestens skeptisch gegenüber stehen, sind die älteren Bevölkerungsschichten unserer Gesellschaft.

Was auch ihr gutes Recht ist, denn sie haben weite Strecken ihres Lebens auch ohne ,,Neuheiten“ wie Clouds, Smartphones und Digital Business vollbracht. Doch realistisch betrachtet wird sich der digitale Wandel nicht aufhalten lassen. Und das schreckt sie ab. ,,Wofür brauche ich denn dieses Online-Banking? Mit der normalen Überweisung in der Bankfiliale braucht die Überweisung vielleicht ein, zwei Tage länger, aber sie funktioniert auch!“ oder aber ,,was bringt es mir denn?“

Solche Fragen und Phrasen sind jedem von uns vertraut, der hin und wieder mit älteren Menschen spricht und dabei dann auf diese Gegensätze stößt. Neu und schnell vs. bewährt und funktionell: Es ist eine Konfliktlinie, die teils sogar zur Entfremdung innerhalb von Familien führen kann.

Doch Unternehmen müssen heutzutage, um im Wettbewerb relevant bleiben zu können, regelmäßig neue Geräte, Hardware und Produkte einführen, die es Kunden und Nutzern möglichst einfach machen, ihre gewünschten Aktionen durchzuführen. Ohne jeden Zweifel kommt dies vor allem den jüngeren und technikaffineren Nutzern zugute. Doch was ist mit den älteren? Ihre Bedürfnisse und Wünsche, ihren Kummer und ihre Sorgen einfach ignorieren? Oder einfach erwarten, dass sie ohnehin mitziehen werden, weil sie es müssen? Das kann durchaus funktionieren, führt aber zwangsläufig zu Sympathie-Einbußen. Im schlimmsten Fall sorgt es sogar dafür, dass treue und langjährige Kunden verloren gehen und eventuell sogar in der Konkurrenz eine Alternative sehen.  Aber wie umgehen, wenn der Fortschritt zwingend notwendig ist, aber nicht jeder Schritt halten kann oder möchte?

Es gibt eine Antwort, die aber kein Allheilmittel ist und nicht für jeden funktionieren wird. Sei es auf der Seite der Unternehmen oder der Kunden. Doch sie ist wichtig und wird zumindest dafür sorgen, dass sich auch ältere Menschen involviert fühlen. Die Antwort auf die beschriebene Problematik lautet: Partizipation. Partizipation ist ein wichtiges Instrument, um die Stimmungslage zu messen und zu sehen, wie weit Unternehmen gehen können um auch ihre langjährigsten Kunden auch weiterhin zu binden. Unternehmen sollten nicht einfach sagen und diktieren, dass sich Dinge ändern, sondern die Kunden einbinden. Sie ansprechen und fragen, was ihre Anliegen für die Neuheiten sind. Wenn möglich sollten sogar Umfragen über Komponenten wie präferierte Ausstattung oder Farbe durchgeführt werden. So haben auch die älteren Menschen das Gefühl, weiterhin wertgeschätzt zu werden und von Bedeutung zu sein. Und eben nicht nur eine weitere Ziffer in einem digitalen Meer von Nullen und Einsen zu sein.

Über den Autor: Jesse-Christ Kanku Mwamba
Jessi Mwamba ist als Kommunikationsmanager bei skoopr tätig. Derzeit studiert er Politikwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen. Erfahrungen im Bereich Social Media gewann er vor allem durch jahrelange Tätigkeiten als Community-Manager in unterschiedlichen Internetforen.

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